Was habe ich nur getan.?
Jetzt weiß ich, wie sie sich fühlte. Jetzt; ein halbes Jahr zu spät.
Hätte ich sie nur früher verstanden, gewusst, was sie gerade durchmacht. Vielleicht müsste ich dann nicht wöchentlich auf ihr Grab hinabschauen und vor Schmerz fast umkommen. Aber in solchen Momenten scheint Denken unmöglich.
Alles schießt mir innerhalb von Sekundenbruchteilen durch den Kopf. Ich keuche. Muss weiterlaufen. Darf nicht weinen; nicht jetzt.
Wie, sag mir, wie konnte sie so lange durchhalten? Die erste Träne fällt, rollt meinen Arm herab, dann meinem Bein. Schließlich zerplatzt sie mit einem leisen platsch auf dem Buch, welches ich fallen ließ.
Ich sehe, wie es passiert, ich denke, dass es passiert, ich höre meinen unterdrückten Schmerzenschrei. Doch ich spüre nichts. Nicht, wie sich die Scherbe in mein Fleisch bohrt, auch nicht, wie das Blut fließt.
Ich bin weg.
Nicht aufzufinden, gefangen im Körper.
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Merkt ihr Erwachsene eigentlich manchmal, dass ihr alles nur noch schlimmer macht?
Ihr erkennt die Lügen nicht. Ihr lebt damit. Und schreit einen an. So sinnlos.
Es war nur, um den Schmerz zu betäuben.
Es funktioniert.
Aber nach eins, zwei Minuten kommt ihr und verursacht einen neuen.
Manchmal seid ihr so Hirnrissig.
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